15. August 1971 – Der Anfang vom Ende der US-Hegemonie
22.08.2025 | Matt Piepenburg

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Die einzig verbleibende Option: Mehr EntwertungUncle Sams Staatsanleihen sind so fragil wie Uncle Sams sterbenskranke Schuldenstände. Sofern die US-Notenbank keine Billionen "druckt", um diese Anleihen aufzukaufen, wird die Nachfrage nach ihnen sinken, was sinkende Anleihepreise und somit steigende Renditen zur Folge hat. Selbstverständlich stehen die Anleiherenditen für die tatsächlichen Kosten von Fremdkapital / Kredit. Und da die USA derart hoch verschuldet sind, können sie es sich NICHT leisten, die Anleiherenditen einfach in die Höhe schießen zu lassen.
Was historisch betrachtet für alle überschuldete Nationen galt, gilt auch für die USA: Die US-Notenbank wird sich entscheiden müssen, was sie rettet – entweder den Anleihemarkt oder die Landeswährung. Es wird der US-Dollar sein, der zur Stützung des Anleihe- / Schuldenmarktes geopfert (entwertet) wird – und zwar aus dem einfachen Grund, dass Schulden die einzige "Kraft" sind, auf die sich das sogenannte amerikanische "Wachstum" und die sogenannte amerikanische "Hegemonie" stützen kann.
Gold-Neubewertung – eher verzweifelt als effektiv
Inzwischen wird ernsthaft darüber gesprochen, Uncle Sams 261 Millionen Goldunzen neu zu bewerten und die alten Zertifikatspreise von 42,22 US$ an den aktuellen Marktpreis oder darüber hinaus anzupassen. Ebenso realistisch ist die Aufregung bezüglich einer goldgedeckten staatlichen Anleihe, ein Thema, das ich an anderer Stelle ausführlicher behandelt habe: Gold-Neubewertung: Trumps "Rote-Knopf-Option".
Goldeigentümer werden eine solche Aufwertung sicherlich begrüßen, doch die Tatsache, dass solche politischen Entscheidungen als notwendig erachtet werden, bestätigt einmal mehr, dass Gold dringend gebraucht wird und mehr Vertrauen genießt als der US-Dollar – selbst bei US-Führungskräften…
Nach vorne schauen? Es sieht schlecht aus...
Alle bisher genannten Fakten bestätigen, wie stark das Thema Verschuldung die ökonomische Entwicklung und die Narrative in den USA auch im Jahr 2025 beeinflusst und verzerrt. Sie bestätigen zudem, wie stark die US-Politik in den Sog der Schuldenfalle geraten ist. Vor allem bestätigen sie, wie sehr die US-Wirtschaft künftig zum Scheitern verurteilt ist.
Der Grund dafür ist, dass sich das US-Wachstumsnarrativ auf keine einzige gute Option mehr stützen kann. Sobald der Schuldenstands-Rubikon von 100% überschritten ist (aktuell stehen wir bei 120% +), verlangsamt sich das Wachstum rechnerisch um ein Drittel. Und die einzige Möglichkeit, diese Schuldenquote noch zu senken, wären massive Ausgabenkürzungen, die weit über die Kürzung im Rahmen von DOGE oder USAID hinausgehen. Die eigentlichen Schulden werden in den Bereichen Soziales und Militär gemacht – Bereiche, die kein Politiker angehen kann oder will.
Sind die USA schon jetzt in Verzug?
Auch hier bleiben den USA nur schlechte Optionen bei der Bewältigung untragbarer Verschuldung. Raten Sie mal, welche Option man in Washington wählen wird (und schon gewählt hat)?
Die Sache hat nur einen Haken. Wird die Verschuldung durch Währungsentwertung "weginflationiert", übersteigen die Inflationsraten die Staatsanleiherenditen, woraus sich ein negativer Realzins ergibt – sprich eine US-Staatsanleihe mit NEGATIVER Rendite. Und die ist, per Definition, eine ausfallende Anleihe. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie ...
Die USA vermeiden es allerdings, diese Ironie / diesen Ausfall öffentlich zur Schau zu stellen, indem sie bei den US-Inflationsquoten ganz einfach lügen (bzw. diese falsch darstellen). Diese Inflationsquoten werden anhand eines Verbraucherpreisindex (CPI) ermittelt, der seit der Volcker-Ära insgesamt schon 20 Mal "angepasst" wurde, um die tatsächlichen Inflationsdaten zu verschleiern.
Auch hier haben wir es mit Verzweiflung zu tun, die nicht als solche erkannt wird.
Gold – ein klares Ding
All das erklärt den massiven Anstieg des Goldpreises nach dem Wendepunkt im Jahr 2022. Wenn Leute wie Sie und ich die Verzweiflung und die Bilanz der USA sehen können, dann kann das auch der Rest der Welt. Aus diesem Grund steigen auch Zentralbanken, Staatsfonds und sogar die BIZ ganz offen vom schlechten "Geld" (d.h. Fiat- / Papier-"Geld") auf echtes Geld – d.h. physisches Gold – um.
Silber
Die großen Bewegungen am Silbermarkt, die bereits in den Jahren 2024 und 2025 erheblich waren, stehen noch an. In Goldbullenmärkten liegt die Performance von Silber sehr deutlich über der von Gold.
Die Gold-Silber-Verhältnisse der Jahre 1980 oder 2011 (jeweils 15 & 32) sind nicht einmal annähernd erreicht, was nur daran liegt, dass der Goldbullenmarkt trotz eines Anstiegs um 40% im Jahr 2025 (und seinem überdurchschnittlich guten Abschneiden gegenüber dem S&P seit 2000) noch gar nicht richtig in Fahrt gekommen ist. Unterdessen steigt der Silberpreis, der ein fünfjähriges Angebotsdefizit sowie ein 45-jähriges Cup & Handle-Muster für sich verbuchen kann, weiter an und ist im Verhältnis zum Goldpreis nach wie vor attraktiv unterbewertet.
Für geduldige Anleger wird sich Silber sehr lohnen.
Erhaltung ist Vermögen
Letztendlich ist Vermögenserhaltung unser primäres Ziel. Die historische Rolle von Gold als Werterhaltungsmittel in Zeiten von Papiergeld-Debakeln bedeutet, dass Vermögen dadurch entsteht, dass man es (1) nicht verliert und es (2) nicht in Fiat-Geld misst. Wenn Ihre eigenen Regierungen beim Schutz Ihrer Währung und Ihres Vermögens versagen, dann liegt die Verantwortung bei jedem Einzelnen.
Auch die Tatsache, dass Kapitalkontrollen und Zentralisierung auf dem Vormarsch sind (was der jüngste Ansturm auf Stablecoins zeigt) macht zwingend klar, dass es wichtiger denn je ist, einen anlogen "Pet Rock" zu besitzen, der direkt in Ihrem Namen und außerhalb des gefährlichen Bankensystems (als legale Brandmauer gegenüber Ihrer Regierung) gehalten wird.
© Matt Piepenburg
Kommerzdirektor bei VON GREYERZ AG
Dieser Artikel wurde am 17. August 2025 auf vongreyerz.gold veröffentlicht.