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Fred Hickey (I): Ein Technologie-Experte bevorzugt Gold

28.02.2018  |  Chris Martenson
Fred Hickey im Interview mit Chris Martenson über den Technologiesektor, Aktienmarkt-Bubbles, Inflation, Geldschöpfung und Goldaktien

Chris Martenson: Willkommen beim Peak Prosperity Podcast. Heute ist der 13. Feburar 2018, und zufällig auch der 80. Geburtstag meiner Mutter. Also, an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch, Mutter! Ansonsten mache ich nie persönliche Durchsagen. Aber 80 Jahre, wow. Ich gratuliere. Ich bin Chris Martenson, und begrüße Sie in der Sendung. Heute werden wir über Technologie und die Zukunft reden und darüber, ob diese Märkte eine gefährliche Illusion darstellen, was ich schon seit langer Zeit sage.

Um die Zusammenhänge herzustellen, haben wir heute Fred Hickey bei uns, der Herausgeber des einflussreichen Investment-Newsletters “The High-Tech Strategist“, einer der meist abonnierten Newsletter seiner Art. Fred ist regelmäßig zu Gast bei Bloomberg News und seine Meinung ist in den Bereichen Technologie und Goldaktieninvestitionen immer sehr gefragt. Willkommen in unserem Programm Fred Hickey:


Fred Hickey: Vielen Dank. Schön, dabei zu sein.


Chris Martenson: Ich möchte mit Ihnen heute, so gut wir können, drei große Bereiche besprechen. Das wären natürlich Technologie, die Aktienmärkte allgemein und dann Gold im Besonderen. Zum Einstieg: Wie lange veröffentlichen Sie schon den "High-Tech Strategist" und was ist der allgemeine Fokus ihrer monatlich erscheinenden Publikation?

Fred Hickey: Den Newsletter schreibe ich schon seit 1987, also sind wir jetzt im 31. Jahr. Der allgemeine Fokus: Ich denke hier müssen alle Variablen betrachtet werden. Das hab ich schon früh gelernt. Das heißt, ich beginne mit der großen Makroperspektive, von oben nach unten, und arbeite mich dann durch zu den spezifischen Bereichen.

Die ersten ca. 20 Jahre ging es ausschließlich um Technologie im Mikrobereich. Doch ab den frühen 2000er Jahren, als ich erkannte, dass die Zentralbank nicht aufhören würde, die Märkte zu schützen - ich hatte damals schon im Hinterkopf, dass wir in Reaktion darauf, und nach einer 20-jährigen Gold-Baisse, höchstwahrscheinlich wieder einen Bullenmarkt bekommen würden… zu dieser Zeit begann ich mich mit Bergbauunternehmen und Edelmetallen zu beschäftigen. Und mache das immer noch.

Als ich damals nach einem Schutz vor dem Vorgehen der Zentralbanken suchte, war es natürlich kaum vorstellbar, dass wir irgendwann bei einer Zentralbankbilanz von 4,5 Billionen Dollar landen würden. Heute folgen die Zentralbanken der ganzen Welt zudem noch dem Beispiel der Fed. Das heißt also, dass ich heute einen Mix aus Technologie und Gold mache.

Falls unsere Regierung und unsere Zentralbank jemals wieder auf den rechten Pfad zurückfinden sollten, dann werde ich, so hoffe ich, wieder auf den Goldteil verzichten können. Aktuell berichte ich aber über beides.


Chris Martenson: Ich habe bemerkenswert ähnliche Ansichten zum Thema. Auch ich komme aktuell nicht vom Thema Gold weg, und der Grund ist die Geldschöpfung der Zentralbanken, über die wir gleich noch sprechen werden. Die Zentralbanken hören ja nicht auf. Es ist ja nicht nur die Federal Reserve, die man mit Blick auf die globalen Märkte im Auge behalten muss.

Doch bevor wir zu diesem Thema kommen, zurück zur Technologie, ein sehr wichtiges Thema für Sie. Wo sind aktuell die Lichtblicke, wo haben Sie Hoffnungen auf tatsächliche ökonomische Verbesserungen und auf ernstzunehmende Verbesserungen der Lebensumstände? Wo liegt aktuell Ihr Fokus?


Fred Hickey: Hier muss ich vorweg sagen, dass wir uns in einer der gefährlichsten Zeiten befinden, die es für uns als Technologieinvestoren jemals gab. Ich würde es sogar direkt mit der 2000er Bubble vergleichen. Übrigens hatte ich damals, am Höhepunkt der Bubble, nichts gekauft. Ich hatte den Markt damals sogar mit einigen Put-Optionen geshortet. Und heute haben wir wieder eine ähnliche Situation, die Marktbewertungen sind wieder einmal verrückt. Die Privatinvestoren strömen in den Markt, besonders in Technologiewerte und FANG-Aktien.

Ich denke, jeder kennt Facebook, Amazon, Netflix und Google. Dort wurde massiv reingegangen. Im Januar hatten wir dann Rekordzuflüsse in die betreffenden ETF, wo die FANG-Aktien oft überstark gewichtet sind. Das hat die Kurse auf irre Stände getrieben. Das KGV von Amazon liegt bei mehreren hundert, und einige Aktien, wie die von Tesla und Netflix haben nicht mal ein solches, weil die Gewinne dort einfach fehlen. Ziemlich verrückt also.

Folglich bin ich extrem zurückhaltend und vorsichtig. In den 1990ern war ich bei Technologieaktien long - bis Ende 1998, dann stieg ich aus. Anschließend begann ich auf Put-Optionen zu setzen. Heute habe ich im Technologiebereich mehr Put-Optionen als Long-Positionierungen. Doch nach dem Volatilitätssprung letzte Woche im VIX (Volatilitätsindex) musste ich handeln. Die Aufschläge stiegen so steil an, dass ich all diese Positionen aufheben musste, fast alle. Also stehe ich aktuell quasi ohne Positionen da.

Es stellt sich doch die Frage, wo gerade Wachstum stattfindet. Im Bereich Smartphones auf jeden Fall nicht, das war der starke Bereich der letzten Jahre. Das konnte man im letzten Quartal sehen: Die Zahlen fürs vierte Quartal sind im Vorjahresvergleich um ziemlich beeindruckende 9% gefallen - also verkaufte Einheiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ganz vorne war China mit einem Rückgang um 14%.

Auch bei den PC-Verkäufen gibt es kein Wachstum, die sinken jetzt schon sechs Jahre in Folge. Tablet-Verkäufe auch nicht. Einige starke Bereiche gibt es schon. Doch auch im Bereich Ausrüstung für "wireline" und “wireless“ gibt es kein Wachstum. Der ist ebenfalls rückläufig. Im Bereich Cloud-Computing gibt es aber Gebiete, die nach wie vor stark sind. Das dürfte einer der großen Bereiche aktuell sein, wo es die größten Kapazitätsaufstockungen geben wird. Oracle hat erst gestern angekündigt, die eigene Kapazität zu verdreifachen. Das Unternehmen wird 12 zusätzliche Datenzentren schaffen. Die ist also der große Bereich, wo Amazon, Facebook, Microsoft … wo all diese Firmen investieren.

Viele arbeiten zudem auf dem Gebiet autonomes Fahren. Dieser Bereich wird in der Zukunft von Interesse sein, aber dort sind wir noch nicht wirklich. Man steckt immer noch in der Testphase. Das ist etwas für 2020 oder in diese Richtung. 3D-Drucken ist zwar aus der Mode gekommen, aber immer noch ein wichtiger neuer Markt, der im Kommen ist. Doch wie schon gesagt, aktuell ist keine gute Zeit für Investitionen. Zurzeit ist defensiveres Verhalten angesagt.



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