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Die kommende Schuldenkrise wird jeden treffen

04.07.2018  |  Mark J. Lundeen
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Die Zahl der Hausbaugenehmigungen hat sich seit 2009 gut erholt, auch wenn sie noch weit von dem Niveau entfernt ist, welches im Rahmen der Immobilienblase verzeichnet wurde. Der folgende Chart enthält jede Menge Geschichte. Während der Baisse von 1973-1974, als der Dow Jones erstmals seit 1942 wieder um 40% sank, brach die Zahl der neuen Hausbaugenehmigungen schlagartig ein. Die gleiche Entwicklung war auch infolge der Subprime-Hypothekenkrise wieder zu beobachten, als der Dow Jones das nächste Mal 40% bzw. mehr verlor.

Doch diese Datenreihe enthält noch weitere Informationen. Zwischen 1969 und den 1990er Jahren nahm die Nachfrage nach Baugenehmigungen zu und ab wie die Kurve eines EKGs. Zu Beginn der 1990er Jahre begann Alan Greenspan, damaliger Vorsitzender der Fed und Meister der Spekulationsblasen, jedoch mit der Umsetzung einer Geldpolitik, die für die Immobilienbranche nicht ohne Folgen blieb. Diverse Marktexperten und keynesianische Ökonomen nannten das "Wachstum".

Ich würde das anders sehen, aber es lässt sich natürlich nicht bestreiten, dass die Nachfrage nach neuen Häusern bis zum Ausbruch der Kreditkrise 15 Jahre lang nicht nachließ. Zu diesem Zeitpunkt, im Mai 2009, brach sie dann allerdings um 72% ein.

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Auch in den letzten neun Jahren ist der Bedarf an neuen Baugenehmigungen stetig gewachsen. Das ist eine lange Zeit, zumindest wenn man sie mit dem Abschnitt vor dem Amtsantritt Greenspans (1987-2006) vergleicht.

Die Hypothekenzinsen steigen also seit 2012. Als sie sich Anfang 2018 der 4-%-Linie näherten und diese schließlich überschritten, begann der Abwärtstrend des Home Construction Index, der mittlerweile um mehr als 20% gefallen ist. Wie lange wird es noch dauern, bis die Nachfrage nach Baugenehmigungen zu sinken beginnt?

Ich kann das ebenso wenig vorhersagen wie Sie, aber wenn die Nachfrage nach neuen Häusern ernsthaft zurückgeht, wird das bearish für die allgemeinen Aktienmärkte sein. Hypotheken zu vergeben ist schließlich eine der beliebtesten Möglichkeiten, um der Wirtschaft "Liquidität" zu injizieren. Eine signifikanter Rückgang bei der Anzahl der vergebenen Baugenehmigungen wäre ein deflationäres Signal, da infolgedessen auch die Zahl der vergebenen Hypothekenkredite sinken würde.

Eine Deflation der Finanzmärkte ist jedoch genau das, was auf der anderen Seite eine historische Hausse für Gold, Silber und die Aktien der Minengesellschaften auslösen würde. Aus diesem Grund behalte ich den Immobiliensektor im Auge.

Im Moment ist es allerdings noch nicht so weit, wie wir auch anhand des untenstehenden Bear's Eye View Chart von Gold ablesen könnten, wo der Kurs gerade die aufwärts gerichtete Trendlinie nach unten durchbrochen hat. Das gefällt mir gar nicht, aber ich vermute, dass die aktuellen Kursverluste der Edelmetalle und der entsprechenden Bergbauunternehmen eine Wiederholung dessen ist, was wir zwischen März und Oktober 2008 beobachten konnten.

Vor zehn Jahren wurden die alten monetären Metalle von diversen "Entscheidungsträgern" nach unten gedrückt, denen durchaus bewusst war, dass den Märkten eine schwierige Phase der Deflation bevorstand, die wir heute als Kreditkrise bezeichnen. Sie sorgten dafür, dass die Gold- und Silberpreise fielen, bevor es auch an allen anderen Märkten abwärts ging. Im Oktober 2008 begannen Gold, Silber und die Aktien der Edelmetallproduzenten jedoch ihre Hausse hin zu neuen Allzeithochs, während alle anderen Kurse um sie herum ins Bodenlose fielen.

Ich betrachte den Einbruch des Goldkurses im BEV-Chart daher mit wachen Augen. Ja, der Goldpreis steht unter Abwärtsdruck. Aber seien Sie nicht überrascht, wenn die aktuellen Entwicklungen in Wirklichkeit nur der Vorläufer eines heftigen deflationären Crashs sind, der die allgemeinen Finanzmärkten später in diesem Jahr heimsuchen könnte.

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Ich veröffentliche nur selten den Chart, der die Stufensumme des Silberkurses zeigt, da sich diese meist wenig aufschlussreich verhält. (Die Stufensumme steigt um +1, wenn Silber an einem Handelstag zulegt und fällt um -1, wenn ein Kursverlust verzeichnet wird.) In den 58 Monaten, in denen der Silberpreis 72% fiel, hat sich in diesem Chart eine enorme bearishe Box gebildet, doch die Stufensumme (rot), die als Indikator für die Marktstimmung gelten kann, ist in dieser Zeit nicht eingebrochen. Andererseits hat sie das seit 1969 kein einziges Mal getan, nicht einmal während des Kursrückgangs um 90% in den 1980er und 1990er Jahren.


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