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Wie sollten wir investieren?

11.02.2019  |  John Mauldin
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Rezessionen bringen immer höhere Arbeitslosenzahlen mit sich sowie den Verlust von technologieorientierten Arbeitsplätzen. Das wird die aktuellen politischen Spannungen verschlimmern. Die Menschen wollen Sündenböcke. Viele werden die Märkte und den Kapitalismus beschuldigen, wenn es weder freie Märkte oder wahren Kapitalismus bei uns gibt. Der Sirenengesang des linkspolitischen Lagers - bedingungsloses Grundeinkommen, kostenloses College, kostenlose Waren und Dienstleistungen, etc. - wird von überall her ertönen.

Wenn Sie von dem wirtschaftlich ungebildeten Wahnsinn, der sich moderne Geldtheorie schimpft, noch nicht gehört haben, dann tun Sie das jetzt. Diese Theorie besagt, dass wir uns nicht um Regierungsschulden zu sorgen brauchen; wir sollten diese einfach monetisieren. Drucken und ausgeben, was wir für das Gemeinwohl brauchen. Es werden aufwendige Gleichungen und Begründungen aufgeführt, doch Monetisierung ist das Endergebnis.

Essentiell ist es das, was Alexandria Ocasio-Cortez und die restlichen Einwohner ihrer Welt unterstützen. Sie sprechen davon, die Besteuerung der Reichen zu erhöhen. Doch es gibt einfach nicht genug Geld, um zu tun, was sie vorgeschlagen haben; selbst wenn man den Reichen alles nimmt, was sie haben. Die Arithmetik stimmt einfach nicht. Also müssen sie die Schulden erhöhen und letztlich monetisieren. Genau das, was Japan tat und anscheinend Erfolg gezeigt hat.

Es ist dieses Experiment, das wir in den USA letztlich ausprobieren werden. Ehemalige Leistung deutet nicht auf zukünftige Ergebnisse hin. Mit aller Macht. Außer, dass wir genau wissen, was in anderen Ländern passiert ist, die das ausprobiert haben. Unser Experiment wird zu einem neuen Hexengebräu an Problemen und Möglichkeiten führen, die wir noch nicht prognostizieren können. Das Kaufen und Halten von Assets wird riskant sein. Aktives Management wird erneut von hoher Wichtigkeit sein.

Nach der nächsten Rezession werden die US-Staatsschulden innerhalb von nur drei Jahren locker 30 Billionen Dollar betragen. Sobald wir das nächste wirtschaftliche Experiment starten, wird relativ kurz danach eine weitere Rezession folgen; die Märkte werden sich in einer noch größeren Notlage befinden und die Schulden rasch auf 40 Billionen Dollar steigen. Renten und Regierungsdefizite werden vollständig auf dem Kopf stehen. Und dann wird der echte Spaß beginnen: Quantitative Lockerung in einem Ausmaß, das die Amtszeit Bernankes wie ein Grundschulpicknick aussehen lässt. Wir werden einfach keine andere Wahl haben.

Doch die Welt wird nicht untergehen. Die Märkte und (die meisten, wenn auch nicht alle) Unternehmen werden herausfinden, wie sie überleben können. Neue Unternehmen werden gegründet werden. Neue Technologien werden florieren. Wir werden weiterhin Lebensmittel, Unterkünfte, Transportmittel, Kommunikation und all die Dinge benötigen, die wir als normal empfinden. Wir werden alle weiterhin medizinische Versorgung benötigen, doch das Potenzial länger zu leben - vielleicht sogar deutlich länger - wird überall zu neuen Investitionsmöglichkeiten führen. Die Herausforderung wird darin bestehen, diese zu entdecken und Zugang zu ihnen zu erhalten. Kurz: Die Wirtschaftsaktivität wird anhalten.

Das wird alles eintreten, während die Technologie Jobs schneller "verschlingt", als neue geschaffen werden. Das war schön und gut, als wir von 80% der Arbeitskräfte auf Bauernhöfen zu dem heutigen 1% übergingen, doch das fand über mehrere Generationen und Jahrhunderte statt. In einer halben Generation werden wir diese Art von Umbruch in vielen Branchen beobachten können. Können Sie das frustrierten Arbeitern erklären? Den Menschen, die sich wünschen, gesicherte Arbeitsplätze zu besitzen? Die sich ein Eingreifen durch die Regierung wünschen?

Ich denke, die politische Arena wird für die Märkte im kommenden Jahrzehnt wichtiger werden als jemals zuvor. Das heißt nicht, dass wir nicht dahinterkommen werden. Doch wenn Sie sich auf die vergangenen historischen Entwicklungen verlassen, um Ihr Portfolio zu bestimmen, dann ist es unwahrscheinlich, dass sie mit dem Ergebnis zufrieden sein werden.

Wir bereiten uns darauf vor, eine Ära zu betreten, die weder einer unserer Erfahrungen noch einem unserer Geschichtsbücher ähnelt. Analogien? Sicherlich. Die Geschichte, wirtschaftlich und politisch, wird von größerer Wichtigkeit sein.

George Box (ein britischer Statistiker) war der Erste, der meinte: "Alle Modelle sind falsch, doch einige sind nützlich." Lassen Sie mich das anpassen: Alle Modelle, die auf der Geschichte basieren, liegen falsch und einige von ihnen sind nützlich. Und diejenigen, die auf einem anständigen Verlauf der Geschichte basieren, werden sogar äußerst nützlich sein.


Wir leben in interessanten Zeiten

Man sagt, dass es einen chinesischen Fluch gibt: "Mögest du in interessanten Zeiten leben." Wir leben wohl oder übel in interessanten Zeiten. Für die meisten von uns werden sie nicht gewalttätig ausfallen, wie es üblicherweise in historisch interessanten Zeiten der Fall ist, also können wir dankbar dafür sein. Doch es wird emotional anstrengend werden.

Seth Klarman von der Baupost Group in Boston, einer der weltweit größten wertorientierten Investoren (auf einer Ebene mit Warren Buffett) schreibt einen jährlichen Brief. Diesen hielt ich immer für etwas, das man sofort lesen muss, sobald man es in seine Hände bekommt. Klarmans aktuellster Brief macht derzeit die Runde und zirkuliert bereits in Davos, da er einen düsteren und politischeren Ton anschlägt als üblich. Er illustriert sicherlich mein Argument, dass wir in interessanten Zeiten leben.


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