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Wie sollten wir investieren?

11.02.2019  |  John Mauldin
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Wir würden ebenfalls argumentieren, dass sozialer Zusammenhalt für diejenigen essentiell ist, die das Kapital zum Investieren besitzen. Unternehmen brauchen einen langfristigen Horizont, um planen zu können und soziale Unruhen machen das Planen schwierig. Inmitten konstanter Proteste, Aufstände, Betriebsstillständen und eskalierender sozialer Spannungen ist ein normaler Betrieb nicht möglich.

Es ist nicht schwer, sich verschlimmernde Unruhen in den Reihen einer Generation vorzustellen, die wirtschaftlich in den Rückstand gerät und sich von massiven Landesschulden verraten fühlt, die ohne jeden offensichtlichen Vorteil für sie selbst angehäuft wurden. Wenn sich die Dinge weiter verschlechtern, dann könnten wir uns erneut Steuererhöhungen gegenübersehen, die enteignende Züge annehmen. Wir sollten den sozialen Zusammenhalt und eine Erneuerung des American Dream anfeuern (und unterstützen).


George Soros meinte in dieser Woche, dass wir uns in einem kalten Krieg mit China befinden würden, der droht, zu einem ausgemachten Krieg zu werden. Während wir uns politisch wenig einig sind, musste ich einige Male nicken, als ich sein kürzliches Interview mit CNBC gesehen habe. Dann schrieb Luke Gromen von Forest of the Trees über die Veränderung des geopolitischen Klimas; was nicht seiner üblichen Thematik entspricht. Ich bin Fan seiner Worte geworden. Gromen meint, dass die nationale Sicherheit innerhalb der USA zum ersten Mal im Jahrzehnt wichtiger werden könnte als die Performance der Risikovermögenswerte, und prognostiziert:

1. Mögliche Regeländerung: Die nationale Sicherheit innerhalb der USA könnte zum ersten Mal seit mehr als 35 Jahren wichtiger werden als die Performance der Risikovermögenswerte (doch die Risikoassets scheinen das noch nicht realisiert zu haben).

2. Wenn wir uns zurück zu einem "Kalten Krieg" bewegen, in dem die US-Politik stärker von der nationalen Sicherheit als von der Wall Street/dem Finanzministerium abhängt (wie es die letzten 30 Jahre der Fall war), dann scheint die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Chart, der sich auf der Vorderseite der anhängenden PDF befindet, zum Mittelwert zurückkehren wird. Das würde einen Rückgang der Unternehmensprofite als Prozentsatz des BIPs von 30% bis 60% andeuten; nur um auf die Niveaus zurückzukehren, die während des letzten Kalten Krieges vorherrschten, bevor billige chinesische Arbeitskräfte & die (zumindest temporär verschwindende) Großzügigkeit der Fed die Unternehmensprofitabilität innerhalb der USA auf rekordbrechende Prozentsätze des BIPs anhob.

3. Wenn ein Kalter Krieg tatsächlich ausbrechen sollte, dann würde das im Gegenzug schwerwiegende Folgen für die weltweiten & US-amerikanischen Unternehmensschulden- & Aktienmärkte haben - es ist äußerst unwahrscheinlich, dass dieses Geld geliehen wurde, wenn man annimmt, dass ein Rückgang von 30% bis 60% der US-Unternehmensprofite als ein Prozentsatz des BIPs überhaupt möglich ist. Auf vielen Metriken (IG, HY, gehebelte Kredite, US-amerikanische Aktienmarkt gegenüber dem der restlichen Welt) sind die Bewertungen bereits ziemlich gedehnt. Am US-amerikanischen Unternehmensschuldenmarkt befindet sich rekordbrechendes Leverage & die Regeln scheinen sich aufgrund der nationalen Sicherheit zu verändern; auf eine Art und Weise, die ziemlich negativ für Unternehmensmargen ausfällt!

Ich befinde mich gerade in Washington DC aufgrund eines persönlichen Treffens mit Andrew Marshall. Bei dieser Gelegenheit musste er in die Notaufnahme. Das ist verzeihbar, da er mittlerweile 97 Jahre alt ist. Doch heute ging es ihm wieder besser und er war so energiegeladen wie immer. Ebenfalls befanden sich zwei US-amerikanische Sicherheitsstrategieexperten unter uns. Wir kamen auf China zu sprechen.

Bald darauf wurde es beunruhigend, zumindest für mich. Andy bemerkte, dass er die US-Regierung seit den 1980er Jahren vor Chinas echten Absichten warne. (Er wurde von Nixon angestellt, um den futuristischen Thinktank des Verteidigungsministeriums zu leiten. Vor drei Jahren, im Alter von 94, ging er in Pension. Jeder Präsident hatte ihn erneut eingestellt. Er ist die bedeutendste Person der geopolitischen Strategie der USA, von der Sie niemals gehört haben. Denn er wollte nie, dass jemand wusste, wer er war. Die chinesischen Obrigkeiten lasen alles, was er schrieb. Seine Bilder hängen an ihren Wänden, wortwörtlich. Ich kann nicht oft genug betonen, wie wichtig und einflussreich er ist.)

Ich habe nach einigen Analysen Chinas gefragt, die ich gesehen habe. Diese Experten bestätigten alles, was ich gelesen hatte und bekräftigten es weiter. Die geopolitischen Risiken sind ernstzunehmend. Wir, die wir uns im Westen befinden, verstehen den Gedankengang der Chinesen oder deren Absichten einfach nicht, auch wenn sie jedes Jahr strategische Dokumente verfassen, in denen dargelegt wird, was sie denken und tun. Es sollte keine Überraschungen geben. Doch wir ignorieren diese Dokumente als seien sie politische Störgeräusche und versuchen dann das umfangreiche (und reale) Potenzial der chinesischen Märkte auszunutzen. Doch das könnte nicht so ablaufen, wie wir es uns vorstellen.

Der Punkt ist, dass wir tatsächlich in interessanten Zeiten leben. Wir können einfach nicht erwarten, dass die alten Investitionsparadigmen die Herausforderungen der Zukunft bewerkstelligen können. Vergangene Leistung ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Wir leben tatsächlich in interessanten Zeiten. Es scheint verlockend, sich zu verstecken, Gold zu kaufen und versuchen zu überleben. Ich lehne diese Strategie ab. Das Leben ist so viel verzwickter, komplexer und voll von beeindruckenden Möglichkeiten. Es ist darauf ausgelegt, gelebt zu werden. Das Treffen mit Andy Marshall, der 30 Jahre älter ist als ich, hat mich inspiriert.


© John Mauldin
www.mauldineconomics.com


Dieser Artikel wurde am 25. Januar 2019 auf www.mauldineconomics.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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