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Londoner Silberbestände sinken weiter, Metall verlässt LBMA-Tresore

15.09.2022  |  Ronan Manly
In London zeichnet sich eine noch nie dagewesene Situation ab, in der der unaufhaltsame Abbau eines der weltweit größten Silbervorräte in vollem Gange ist. In den letzten 9 Monaten sind die Silberbestände in den LBMA-Tresoren in London Monat für Monat gesunken und haben nun einen historischen Tiefstand erreicht (seit Beginn der Aufzeichnungen der Tresorbestände im Juli 2016). Zu diesen Tresoren gehören die Edelmetalllager in und um London, die von den Bullionbanken JP Morgan, HSBC und ICBC Standard Bank betrieben werden, sowie die Londoner Tresore von drei Sicherheitsunternehmen, nämlich Brinks, Malca-Amit und Loomis.

Da das System der Tresore von der London Bullion Market Association (LBMA) verwaltet und koordiniert wird, werden diese Tresore als "LBMA-Tresore" bezeichnet. Im Juli dieses Jahres wies BullionStar in einem Artikel auf diesen Trend hin. Dieser Artikel bezog sich auf die Tresordaten bis Ende Juni 2022, wo die Londoner Silberbestände den zweifelhaften Meilenstein erreicht hatten, unter die Marke von 1 Milliarde Unzen gefallen zu sein, und zwar auf 997,4 Millionen Unzen (31.022 Tonnen).

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London sub-Billion Market Association

Seitdem hat sich die Situation jedoch nur verschlechtert. Die jüngsten Daten für Juli und August zeigen, dass der Abwärtstrend immer noch sehr intakt ist. Im Juli 2022 fielen die Londoner Silberbestände im Vergleich zum Vormonat um weitere 4,66%, wobei die Tresore einen Abfluss von 46,5 Mio. Unzen Silber (1447 Tonnen) verzeichneten. Damit sanken die gesamten Londoner Silberbestände der LBMA auf 950,9 Mio. Unzen (29.576 Tonnen) und erreichten einen neuen Tiefststand seit Beginn der Aufzeichnungen. (Zu beachten ist, dass der bisherige Tiefststand Ende Juli 2016 bei 951,4 Mio. Unzen lag).

Jetzt, da die Tresordaten für August 2022 veröffentlicht wurden (die LBMA veröffentlicht die Tresordaten am 5. Werktag eines neuen Monats), können wir sehen, dass der August keine Atempause brachte, denn im August fielen die Londoner Silberbestände im Vergleich zum Vormonat um weitere 3,62%, wobei die Tresore einen Abfluss von 34,4 Millionen Unzen Silber (1070 Tonnen) verzeichneten. Damit sind die LBMA-Silberbestände in den Tresoren auf 916,5 Mio. Unzen (28.506 Tonnen) gesunken. Mit anderen Worten: In diesen beiden Monaten Juli und August 2022 haben die LBMA-Tresore weitere 2.517 Tonnen Silber verloren.

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Abflüsse in 13 von 14 Monaten

Durch die anhaltenden Silberabflüsse in den letzten 9 Monaten bis Ende August 2022 haben die LBMA-Silbertresore seit Ende November 2021 nun satte 254,5 Mio. Unzen (7915 Tonnen) Silber verloren. Mit anderen Worten: Während die LBMA-Silberbestände Ende November 2021 noch bei 36.421 Tonnen lagen, sind sie nun um 21,7% auf 28.506 Tonnen gesunken. Um dies alles in den richtigen Kontext zu setzen, schätzt das Silver Institute, dass die weltweite jährliche Silberproduktion in diesem Jahr nur 843,2 Millionen Unzen betragen wird. Das sind 26.262 Tonnen. In den Tresoren der LBMA lagern also Ende August 2022 mit 28.506 Tonnen nur noch weniger als ein Jahresvorrat an Silber.

Abgesehen von einer kurzen Phase im November 2021, in der die LBMA-Silberbestände um 311 Tonnen anstiegen, haben die LBMA-Silbertresore in 13 der letzten 14 Monate Abflüsse verzeichnet. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Silberbestände in London in jedem der Monate Juli, August, September und Oktober 2021 ebenfalls zurückgingen.

Zusammengenommen bedeutet dies, dass die LBMA-Tresore in London seit Ende Juni 2021 8.200 Tonnen Silber (263,3 Mio. Unzen) verloren haben, und dass die Tresore jetzt Silber enthalten, das etwas mehr als der Minenproduktion eines Jahres entspricht. Zwar sind die LBMA-Silberbestände in den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 gestiegen, doch beträgt der Nettoabfluss von Januar 2021 bis Ende August 2022 immer noch 5.102 Tonnen. Und da sagen die Leute, es gäbe keine Silberknappheit?


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