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Unerfüllbare Versprechen

06.07.2018  |  John Mauldin
Durch meine Beschreibung von weltweiten Schuldenkatastrophen in den letzten Wochen habe ich ein häufiges Problem entdeckt. Viele von uns definieren "Schulden" viel zu eng.

Sie machen Schulden, indem Sie jetzt etwa für das Versprechen erhalten, später wieder etwas zurückzugeben. Das muss nicht unbedingt Geld sein. Wenn Sie sich den Rasenmäher Ihres Nachbars ausleihen und versprechen diesen nächsten Dienstag wieder zurückzubringen, dann ist das eine Art Schuld. Sie erhalten etwas (die Verwendung des Rasenmähers) und stimmen den Rückzahlungsbedingungen zu - in diesem Fall versprechen Sie, den Rasenmäher pünktlich und funktionsfähig zurückzubringen.

Sie werden wahrscheinlich versuchen, den Rasenmäher pünktlich und in ordnungsgemäßer Verfassung zurückzubringen, weil Sie sich diesen eventuell in Zukunft noch einmal ausleihen möchten. Auf die gleiche Weise macht es Ihnen die Nichtzahlung Ihrer Bankschulden schwerer, künftig einen erneuten Bankkredit zu erhalten. Die ausbleibende Rückgabe des Rasenmähers könnte Ihren Nachbarn zögern lassen, Ihnen den Rasenmäher erneut auszuleihen.

Schulden können auch weniger spezifisch sein. Vielleicht bemerken Sie während Ihres Familienurlaubs am Strand, dass eine Hochzeit stattfindet. Ihre 12-jährige Tochter fantasiert darüber, wie romantisch das doch sei. Aus einer Laune heraus sagen Sie ihr, dass Sie ihre tropische Inselhochzeit bezahlen werden, wenn Sie den Richtigen gefunden hat.

Diese "Schuld" - gemacht als liebender Vater, um Ihre Tochter zu begeistern - brennt sich in ihren Geist ein. Ein Jahrzehnt später findet Sie Mr. Right und erinnert Sie an Ihr Angebot. Ist dies eine auf dem Rechtsweg durchsetzbare Schuld? Wahrscheinlich nicht; aber es ist nun zumindest eine moralische Verpflichtung. Entweder Sie zahlen oder Sie setzen sich mit den unangenehmen Folgen auseinander. Wenn das keine Schulden sind, was dann?

Dies sind kleine Beispiele für "ungedeckte Verbindlichkeiten". Sie sind nicht spezifisch und die Gegenpartei mag vielleicht nie eine Zahlung verlangen... aber das könnte sie. Und wenn Sie sich nicht auf diese Möglichkeit vorbereitet haben, könnten Sie sich in denselben Schwierigkeiten wiederfinden, mit denen sich die US-Regierung in einigen Jahren konfrontiert sehen wird.

Onkel Sam hat zu vielen Menschen zu viele Versprechen gemacht, ohne groß darauf zu achten, ob er diese in Zukunft auch erfüllen kann. Das sind Schulden. Schlimmer noch; einige von ihnen sind zusätzliche Schulden zu den Verbindlichkeiten, die wir bereits in der Staatsbilanz vorfinden.

Noch schlimmer ist, dass ganze Generation ihre Rente in der Annahme geplant haben, dass die Regierung ihre Versprechen hält. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, dann wird das wahrhaftig katastrophale Folgen für den Lebensstil dieser Menschen haben.

Das ist unser heutiges Thema. Die vorherigen Artikel dieser Reihe finden Sie hier:

In den kommenden Wochen werden wir diese Reihe zusammenfassen und darüber diskutieren, wie man sich am besten vorbereitet. Aber zuerst möchte ich jegliche Zweifel über die Größe dieses Problems ausräumen.


Annahmen sind überall

Lassen Sie uns mit dem beginnen, was wir bereits wissen. Die offiziellen Staatsschulden belaufen sich laut der US-amerikanischen Staatsschuldenuhr aktuell auf etwa 21,2 Billionen Dollar. Ich sage "etwa" hier vorsichtig, da die Dezimalstellen wichtig sind, wenn die Zahlen derartig groß sind. Die Differenz zwischen 21,1 Billionen Dollar und 21,2 Billionen Dollar sind 100 Milliarden Dollar. Das war einmal sehr viel. Jetzt ist es nur noch ein Rundungsfehler.

Die 21,2 Billionen Dollar sind der Nennwert aller ausstehenden Staatspapiere, einschließlich der sogenannten "internen" Schulden. Das entspricht etwa 105% des Bruttoinlandsprodukts und bezieht sich nur auf die Bundesregierung. Schließt man die Schulden der einzelnen Bundesstaaten und regionalen Verwaltungsbezirke ein, sind das weitere 3,1 Billionen Dollar, die die Gesamtstaatsschulden auf 24,3 Billionen Dollar erhöhen. Dieser Betrag entspricht bereits mehr als 120% des BIPs.

Dann gibt es da noch die Unternehmensverschuldung, Immobilienhypotheken, Kreditkarten, Studienschulden usw. Rechnet man all dies zusammen, entsprechen die Gesamtschulden laut den IIF-Daten, die ich in meinem vorherigen Artikel "Die Schuldenuhr tickt" zitiert habe, etwa 330% des Bruttoinlandsprodukts. Wir befinden uns bis über beide Ohren in Schulden.


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