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Südafrika: Amplats-Pläne befeuern Platinpreis

24.01.2013  |  Roman Baudzus
Der Platinpreis hat den Goldpreis in dieser Woche erstmals seit langer Zeit wieder übertroffen, was einen handfesten Grund hat. Denn im wichtigsten Förderland Südafrika scheint sich die Situation weiter zuzuspitzen, nachdem der weltgrößte Platinproduzent Anglo American Platinum (Amplats) die Schließung von zwei Förderstätten und den Verkauf einer weiteren Mine ankündigte.

In diesem Zuge will der Platinproduzent 14.000 Arbeitsplätze abbauen, was rund 3 % der gesamten Minenbelegschaft des Landes entspricht. Südafrikas Regierung zeigt sich erbost ob der Pläne. Die Bekanntgabe löste unter Marktteilnehmern Besorgnis über mögliche Angebotsengpässe im Platinsektor aus.

Laut eines Berichts von Amplats wird das Unternehmen zwei große Platinminen schließen und eine Förderstätte verkaufen. In diesem Zuge wird es zum Abbau von 14.000 Arbeitsplätzen kommen - rund 3% der gesamten Minenbelegschaft des Landes.

Die Reaktion an den internationalen Rohstoffbörsen auf diese Ankündigung ließ nicht lange auf sich warten. Laut Angaben von Amplats wird der Konzern seine Platinproduktion in der Zukunft um 400.000 Feinunzen drosseln. Das Land am Kap der Guten Hoffnung trägt mit etwa drei Vierteln zum globalen Angebot von Metallen der so genannten PGM-Gruppe bei, zu denen auch Palladium gehört.

Selbst Mitglieder der südafrikanischen Regierung wurden von den nun veröffentlichten Amplats-Plänen anscheinend vollkommen überrascht und überrumpelt. Minenministerin Susan Shabangu zeigte sich gegenüber südafrikanischen Medien sogar ziemlich erbost über die aktuelle Entwicklung, da Amplats die eigene Vorgehensweise mit der Regierung in keiner Weise abgesprochen noch irgendwelche Informationen zu den Schließungsplänen oder dem angedachten Arbeitsplatzabbau im Vorfeld kommuniziert hatte.

Laut Amplats wolle sich der Konzern dafür einsetzen, die durch eine Entlassung betroffenen Arbeitskräfte an anderer Stelle - wie zum Beispiel einer Teilnahme an Bauprojekten - weiter zu beschäftigen. Doch für Shabangu sind diese Ausführungen anscheinend mit einer großen Portion Ironie gespickt, da eine solch große Anzahl von Arbeitskräften in anderen Bereichen überhaupt nicht weiter beschäftigt werden könne. Schlimm für ein Land, dessen offizielle Arbeitslosenquote bereits die Marke von 25% überschritten hat.

Nach den teils wilden Streiks der Minenarbeiter im vergangenen Jahr, in deren Zuge es zu mehr als 50 Toten gekommen ist, sind die Arbeitskosten für die meisten Abbaufirmen weiter gestiegen, was unter anderem auch den steigenden Energiekosten und dem Abbau in immer größeren Tiefen geschuldet ist.

Am Dienstag wurde außerdem bekannt, dass Südafrikas Goldproduktion auch im November 2012 drastisch einbrach. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurde ein Rückgang von 32,2% verzeichnet, wie Südafrikas Statistikbüro meldete.


© Roman Baudzus
www.GoldMoney.com/de



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