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Bundesrechnungshof wirft Fragen über deutsche Goldreserven auf

21.05.2012  |  Roman Baudzus
Die deutsche Bundesbank geriet in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck, nachdem die Boulevardzeitung Bild eine Kampagne zu den deutschen Goldreserven angestoßen hatte. Im Detail geht es um die berechtigte Frage, ob die durch die Bundesbank offiziell ausgewiesenen Goldreserven tatsächlich in voller Höhe in den Tresoren von ausländischen Zentralbanken wie der Federal Reserve, der Bank of England oder der Banque de France lagern.

Das Thema war in letzter Zeit so weit gediehen, dass sich der Bundesrechnungshof mit den offiziell ausgewiesenen Zahlen beschäftigte, um diese exakt zu prüfen. Der Prüfbericht wird nun in Kürze dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags zugehen.

Zu Beginn dieser Woche meldete sich die Bundesbank selbst zu der Untersuchung zu Wort, um erneut zu bestätigen, dass ihre offiziell in der Bilanz ausgewiesenen Goldreserven in besagten Tresoren lagern. Die Bundesbank trägt hingegen eine gewisse Selbstschuld, dass es ihr gegenüber zu einem wachsenden Misstrauen unter deutschen Abgeordneten, Medien und Bürgern gekommen ist. Denn immerhin hat sie laut deutscher Medien seit fünf Jahren schon keine eigene Prüfung ihrer Goldreserven mehr vorgenommen.

Um es auf den Punkt zu bringen: die nun ins Rollen gebrachte Kampagne fordert die Bundesbank in der Zukunft zu einer verbesserten Transparenz auf. Dass dieses Thema ausgerechnet jetzt verstärkt aufkommt, dürfte niemanden wundern, wenn man die sich in Europa allgemein zuspitzende Lage um die Staatsschulden vieler Euro-Mitgliedsländer berücksichtigt. Erst in dieser Woche meldeten Italien und Irland, dass ihre ausstehenden Staatsschulden auf neue Rekordhochs geklettert sind. Hinzu kommt, dass die europäischen Banken abermals am Wackeln sind, so dass die vielerorts herauf beschworene Gefahr eines Zerfalls der Eurozone schon bald zur Realität werden könnte.

Laut eigener Angaben belaufen sich die Goldreserven der Bundesbank auf 3.400 metrische Tonnen, die momentan einen Marktwert von rund 135 Milliarden aufweisen. Mehr und mehr Leute stellen sich die Frage, wie zuverlässig die Kontrollen der Bundesbank wirklich sind. Den Deutschen und auch den restlichen Europäer wäre es zu empfehlen nach dem Sprichwort "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser“ zu handeln.

In der Zeit des Kalten Krieges zwischen war die Gefahr einer Invasion Westdeutschlands durch die Sowjetunion ein offensichtlicher Grund für Deutschland, seine Goldreserven im Ausland zu lagern. Mit dem Fall der Mauer und dem Untergang der UdSSR wurden Teile des deutschen Goldschatzes nach Frankfurt überführt, doch die Bundesbank argumentiert weiterhin dafür, dass eine Lagerung in London und New York sinnvoll sei, da dies große Handelszentren sind in denen die Barren im Notfall schnell verkauft werden können.

Der Bundesrechnungshof soll angeblich eine Empfehlung zur baldigen Rückführung der deutschen Goldreserven aus dem Ausland gegeben haben. Es bleibt zu bezweifeln, dass Berlin sich dieser Empfehlung annehmen wird, doch ist es ein interessantes Gedankenspiel, welche Auswirkungen es hätte, wenn Angela Merkel in die Fußspuren von Charles de Gaulle treten würde, der damals das französische Gold aus Amerika zurückforderte. Man fragt sich, was für eine Antwort sie wohl erhalten würde.


© Roman Baudzus
www.GoldMoney.com/de



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